Stoma im Alltag
Plötzlich mit einem Stoma leben zu müssen, kann eine Herausforderung sein. Oft sind neue Hygienegewohnheiten nötig, und Sie müssen Ihre Aktivitäten und Ihren Tagesablauf möglicherweise etwas anpassen.
Viele können zudem eine gewisse Unsicherheit in neuen Situationen verspüren und ein negatives Körperbild entwickeln. Untersuchungen zeigen jedoch, dass man durch den richtigen Umgang mit und die richtige Einstellung zur eigenen Stoma-Situation einen gut funktionierenden Alltag und eine gute Lebensqualität erreichen kann. Manchmal dauert es etwas, bis man sich sowohl körperlich als auch psychisch an die neue Situation gewöhnt und sie akzeptiert, doch mit der richtigen Unterstützung und Information durch das Gesundheitswesen sowie mit Hilfe von Familie und Freunden ist es in der Regel möglich, ein ebenso aktives, soziales und erfülltes Leben wie zuvor zu führen.
Körperliche Aktivität
Ein Stoma kann körperliche Aktivitäten beeinflussen, muss aber nicht bedeuten, dass diese vermieden werden sollten. Es kann jedoch erforderlich sein, mehr Zeit für Planung und Vorbereitung vor einer Aktivität einzuplanen, um das Risiko unerwünschter oder unvorhergesehener Ereignisse währenddessen zu verringern. Gute Vorbereitung trägt auch dazu bei, die Sorge zu reduzieren. Manche haben beispielsweise Angst, dass das Stoma sichtbar wird oder versehentlich in Kontakt mit anderen kommt, und einige fühlen sich unsicher, wie sich das Stoma bei verschiedenen Bewegungen oder Positionen verhält. Viele berichten jedoch, dass sie trotz ihres Stomas eine Vielzahl körperlicher Aktivitäten problemlos ausführen und ein aktives Leben wie zuvor führen können. Die meisten empfinden es als positiv, möglichst zu ihren gewohnten Aktivitäten zurückzukehren.
Reisen
Viele empfinden längere Reisen mit einem Stoma als etwas belastend oder beunruhigend. Auch hier können gute Planung und Vorbereitung Sicherheit geben und Stress reduzieren. Verteilen Sie beispielsweise Ihre Hilfsmittel auf verschiedene Gepäckstücke, wenn Sie fliegen, falls ein Gepäckstück verloren geht oder sich verspätet. Es ist außerdem sinnvoll, zugeschnittene Stomaversorgungen im Handgepäck mitzunehmen, da Scheren meist nicht erlaubt sind. Bei Kontrollen ist es hilfreich, das Stoma zu erwähnen. Bei Reisen in warme Länder sollte man beachten, dass bestimmte Materialien empfindlich auf Hitze reagieren. Autofahrten können sich oft sicherer, flexibler und komfortabler anfühlen, auch wenn der Sicherheitsgurt manchmal als unangenehm empfunden werden kann. Dennoch kann es sinnvoll sein, Stopps und Mahlzeiten etwas zu planen. Beim Reisen ist es außerdem wichtig zu bedenken, dass sich Ernährungs- und Trinkgewohnheiten verändern können, was den Magen beeinflussen kann. Der wichtigste Rat ist jedoch, Dinge zu tun, mit denen man sich wohlfühlt, und die Reise zu genießen.

Schlaf
Schlaf ist, wie wir alle wissen, sehr wichtig für unser Wohlbefinden. Menschen mit Stoma, die Angst vor nächtlichen Undichtigkeiten haben, können manchmal Schwierigkeiten haben, einzuschlafen oder gut durchzuschlafen. Um Ruhe zu finden und besser schlafen zu können, ist es sinnvoll, die Stomaversorgung vor dem Zubettgehen zu wechseln oder zu entleeren. Es kann auch hilfreich sein, eine geeignete Schlafposition zu finden und diese mithilfe von Kissen möglichst beizubehalten. Stützunterwäsche oder eine Leibbinde können helfen, die Stomaversorgung über Nacht an ihrem Platz zu halten.
Ernährung
Ein Stoma sollte grundsätzlich niemanden daran hindern, die gewohnte Ernährung fortzuführen. Bestimmte Lebensmittel können jedoch Probleme verursachen. Einige erzeugen zum Beispiel mehr Geräusche oder Gerüche als andere, weshalb man die Ernährung möglicherweise anpassen möchte, um unangenehme Situationen zu vermeiden. Manche verzichten auf blähende Lebensmittel wie scharfe Gewürze, kohlensäurehaltige Getränke, bestimmte Früchte und Gemüsesorten oder fettige Speisen. Es ist außerdem hilfreich, regelmäßige Essenszeiten einzuhalten und auf die Portionsgrößen zu achten. Man sollte langsam essen und gründlich kauen, um nicht zu viel Luft zu schlucken. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig. Direkt nach der Operation sollte man besonders darauf achten, wie der Körper reagiert, und bevorzugt weiche, leicht verdauliche Nahrung wählen. Mit der Zeit kann man ausprobieren, was individuell gut funktioniert, und die Ernährung entsprechend anpassen.
Pflege
Damit der Alltag mit einem Stoma möglichst unkompliziert und problemfrei verläuft, ist es wichtig, die Stomapflege strukturiert und routinemäßig durchzuführen. Unsachgemäße Handhabung kann zu Hautschäden und Infektionen führen. Es kann beruhigend sein, regelmäßig die Versorgung zu überprüfen, wie sie sitzt und ob Gerüche auftreten. Eine gute Anpassung der Versorgung ist entscheidend, um Beschwerden und Undichtigkeiten zu vermeiden. Haut, die Urin oder Stuhl ausgesetzt ist, wird leicht gereizt. Leitungswasser und weiche Kompressen eignen sich gut zur Reinigung, und es ist wichtig, das Stoma stets ruhig und vorsichtig zu behandeln. Eine klare und verständliche Information durch das medizinische Personal ist entscheidend, um die Stomapflege selbst optimal durchführen zu können.

Psychische Auswirkungen
Die meisten Menschen mit Stoma sind in gewisser Weise auch psychisch betroffen. Gefühle von Angst und Unsicherheit können auftreten, aber auch Erleichterung und Dankbarkeit für die Behandlung. Es ist üblich, dass man sich manchmal unsicher fühlt, das Stoma zu zeigen, und deshalb weniger freizügige Kleidung wählt. Direkt nach der Operation kann das Körperbild belastend und negativ sein, und es kann schwerfallen, das eigene Stoma anzusehen und zu akzeptieren. Die meisten berichten jedoch, dass sich dies mit der Zeit deutlich verbessert. Menschen, die schon länger ein Stoma haben, geben meist an, es akzeptiert und gelernt zu haben, damit zu leben. Wenn man anfangs das Gefühl hat, dass das Stoma das Leben einschränkt, entwickeln sich häufig mit der Zeit neue Perspektiven, und man wird dem Leben mit Stoma gegenüber positiver eingestellt.
Unterstützung und Verständnis
Nach einer Stomaanlage sind Verständnis und Unterstützung durch Angehörige sehr wichtig. Leider kommt es vor, dass nahestehende Personen Schwierigkeiten haben, das Stoma zu akzeptieren. Daher ist es positiv, wenn Partner und Angehörige informiert sind und in die gesamte Situation einbezogen werden. Viele Menschen mit Stoma machen sich Sorgen darüber, was andere denken könnten, was das Risiko sozialer Isolation erhöht. Der Kontakt zu anderen Betroffenen hat sich als sehr wirksam erwiesen, um Unsicherheit, Isolation und Ausgrenzung zu reduzieren. Wer als Stomaträger oder Angehöriger Unterstützung sucht oder an Aktivitäten und Gruppen teilnehmen möchte, kann www.ilco.nu besuchen. Dies ist eine gemeinnützige Organisation für Menschen mit Stoma. Um Einblicke in das Leben anderer Betroffener zu erhalten, kann man auch Personen in sozialen Medien folgen, die offen über ihre Erfahrungen und ihren Alltag berichten.

