Julia Adolfo

Rückenschmerzen während der Schwangerschaft

Mehr als jede zweite Frau leidet während der Schwangerschaft unter Rückenschmerzen. Hauptgrund sind die großen Veränderungen im Körper wie Gebärmutterdruck, Gewichtszunahme, veränderte Körperhaltung und hormonelle Einflüsse. Schmerzen im unteren Rücken treten am häufigsten auf und beginnen oft zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche.

Rückenschmerzen oder Beckenschmerzen während der Schwangerschaft?

Rückenschmerzen während der Schwangerschaft können sich als dumpfer Schmerz oder Müdigkeitsgefühl im unteren Rücken bemerkbar machen. Beckenschmerzen, die häufig als Beckengürtelschmerzen bezeichnet werden, können ebenfalls im unteren Rücken, aber auch im Gesäß, in den Hüften, in der Leiste oder am Schambein auftreten. Die Schmerzen können unterschiedlich stark sein und im Laufe des Tages zunehmen.

Es kann schwierig sein, selbst festzustellen, was die Beschwerden verursacht. Eine Hebamme oder eine Physiotherapeutin bzw. ein Physiotherapeut mit Erfahrung in schwangerschaftsbedingten Beschwerden kann helfen, die Symptome einzuschätzen und die passende Unterstützung zu finden.

Warum können die Rückenschmerzen während der Schwangerschaft variieren?

Rückenbeschwerden können von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Sie hängen unter anderem davon ab, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist und wie der Körper belastet wird. Wenn der Bauch wächst, verändert sich der Körperschwerpunkt, wodurch der Rücken stärker belastet werden kann. Manche Frauen haben vor allem nach einem langen Tag Schmerzen, während andere bereits bei alltäglichen Aktivitäten Beschwerden verspüren. Wie stark die Beweglichkeit beeinträchtigt wird, ist individuell verschieden. Schmerzen müssen nicht bedeuten, dass etwas nicht stimmt.

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Ihren Arzt, wenn die Rückenschmerzen Ihren Alltag beeinträchtigen, nicht besser werden oder sich verschlimmern. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn starke oder plötzlich auftretende Schmerzen, Fieber oder ein deutliches Krankheitsgefühl auftreten. Wenn die Rückenschmerzen zusammen mit Blutungen oder regelmäßigen, schmerzhaften Wehen auftreten, sollten Sie ebenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

10 Tipps gegen Rückenschmerzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um zu versuchen, die Rückenschmerzen zu lindern. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten oder einer Hebamme beraten, was für Sie am besten ist. Hier sind 10 Tipps, was Sie selbst ausprobieren können.

- Achten Sie beim Sitzen oder Liegen darauf, dass Ihr Rücken gestützt wird. Ein Kissen kann eine gute Unterstützung bieten.

- Variieren Sie Ihre Steh- und Sitzposition, am besten schon bevor Sie Schmerzen verspüren, um Schmerzen vorzubeugen.

- Bewegung und körperliche Aktivität sind gut für den Rücken. Walking, Radfahren, Wassergymnastik, Schwangerschaftstraining oder Schwimmen sind gute Bewegungsformen für Schwangere. Trainieren Sie ruhig die Bauchmuskulatur, um Ihren Rücken zu stärken.

- Versuchen Sie bei allen alltäglichen Aufgaben eine gerade Körperhaltung einzunehmen. - Eine Rückenbandage oder ein Rückengurt sorgt für Entlastung, Schmerzlinderung und reduziert die Schwerpunktverlagerung. Die Unterstützung erleichtert es Ihnen auch, aktiv zu bleiben. - Wärme kann den Schmerzen lindern. Versuchen Sie, ein Weizenkissen oder etwas anderes wärmendes auf die schmerzende Stelle zu legen. - Vermeiden Sie schweres Heben oder das Beugen des Rückens um Dinge vom Boden aufzuheben. Beugen Sie lieber die Beine. - Verwenden Sie gut sitzende und stabile Schuhe. - Sanfte Massage kann die Schmerzen lindern. - Legen Sie sich von Zeit zu Zeit hin, am besten auf die Seite mit angewinkelten Beinen.