Symphysenlockerung während der Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, erhöht sich die Beweglichkeit in den Gelenken des Körpers vor der Geburt. Dies wird als Symphysenlockerung oder Beckeninstabilität bezeichnet und verursacht häufig Schmerzen in den Hüften, im Gesäß, im unteren Rücken oder im Schambein.
Die Symptome beginnen normalerweise in der Mitte der Schwangerschaft und werden im Verlauf des Tages oder nach starker Bewegung schlimmer.
Bis zu 73 % aller Schwangeren leiden während ihrer Schwangerschaft unter Beckenschmerzen, auch Symphysenschmerzen genannt. Viele erleben dies als einschränkend und lästig und es kann, in manchen Fällen, sogar zu einer Krankschreibung führen. Aber es gibt einfache und effektive Möglichkeiten die Schmerzen zu lindern. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder einem Physiotherapeuten, um Rat und Abhilfe bei anhaltenden Schmerzen zu erhalten.
Wie fühlt sich eine Schwangerschaftsbedingte Beckenschmerzen im Vergleich zu gewöhnlichen Rückenschmerzen an?
Schwangerschaftsbedingte Beckenschmerzen und Rückenschmerzen können ähnliche Symptome verursachen und manchmal gleichzeitig auftreten. Bei Beckenschmerzen sitzt der Schmerz häufig im Bereich des Schambeins, der Hüften oder des Gesäßes. Er kann sich bei Bewegungen verstärken, die das Becken ungleichmäßig belasten, beispielsweise beim Treppensteigen, beim Stehen auf einem Bein oder beim Umdrehen im Bett.
Schmerzen, die hauptsächlich im unteren Rücken auftreten, können andere oder mehrere Ursachen haben. Es ist nicht immer möglich, selbst festzustellen, wodurch die Beschwerden verursacht werden. Bei Unsicherheit können eine Hebamme, ein Arzt oder eine Physiotherapeutin bzw. ein Physiotherapeut helfen, die Symptome einzuschätzen.
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Können Beckenschmerzen bereits früh in der Schwangerschaft auftreten?
Ja, Beckenschmerzen können bereits in den ersten Monaten der Schwangerschaft auftreten, auch wenn viele Schwangere erst später Beschwerden entwickeln. Es gibt keine bestimmte Schwangerschaftswoche, in der die Beschwerden beginnen. Manche erleben leichte Symptome, die kommen und gehen, während andere anhaltende Schmerzen haben, die den Alltag beeinträchtigen.
Auch das Ausmaß der Beschwerden kann von Schwangerschaft zu Schwangerschaft unterschiedlich sein. Beckenschmerzen während einer früheren Schwangerschaft können bei der Beurteilung neuer Symptome eine Rolle spielen. Es lässt sich jedoch nicht genau vorhersagen, wie sich die Beschwerden entwickeln werden.
Wann sollten die Schmerzen ärztlich abgeklärt werden?
Beckenschmerzen sind in der Schwangerschaft häufig, aber nicht alle Schmerzen im Becken oder Rücken werden durch schwangerschaftsbedingte Beckenschmerzen verursacht. Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder medizinisches Fachpersonal, wenn die Schmerzen anhalten, stärker werden oder das Gehen und die Bewältigung des Alltags erschweren.
Suchen Sie zeitnah medizinische Hilfe, wenn die Schmerzen plötzlich auftreten, sehr stark sind oder beispielsweise von Blutungen, Fieber oder anderen beunruhigenden Symptomen begleitet werden. Solche Symptome sollten nicht automatisch auf schwangerschaftsbedingte Beckenschmerzen zurückgeführt werden.
Hilfsmittel bei schwangerschaftsbedingten Beckenschmerzen
Für manche Schwangere kann ein Beckengurt eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn Beckenschmerzen alltägliche Aktivitäten erschweren. Er kann das Becken umschließend unterstützen. Die Wirkung ist jedoch individuell unterschiedlich, und ein Beckengurt ist nicht für alle gleichermaßen geeignet.
NordiCare bietet Beckengurte und Schwangerschaftsgürtel für unterschiedliche Bedürfnisse an. Weitere Informationen zu den Modellen finden Sie in unserer Kategorie Beckengurte und Schwangerschaftsgürtel. Ausführlichere Informationen zur Anwendung eines Beckengurts finden Sie im Artikel Den richtigen Beckengurt auswählen.
10 Tipps zur Linderung von Beckenschmerzen
- Bewegen Sie sich, ohne dass es weh tut. Es gibt spezielle Trainingsprogramme und Übungen für Schwangere.
- Wechseln Sie Ihre Position so oft wie möglich vom Sitzen ins Stehen, um die Belastung Ihres Rückens zu reduzieren.
- Verwenden Sie einen Beckengurt, er verschafft den meisten Schwangeren sofortige Schmerzlinderung.
- Rücken- und Bauchmuskulatur trainieren, damit sie das Becken stützen und entlasten können. Vermeiden Sie jedoch Training und Übungen, die während der Schwangerschaft unangebracht sind.
- Machen Sie oft und mit kurzen Schritten kleine Spaziergänge.
- Halten Sie Ihren Rücken in Alltagssituationen wie zum Beispiel beim Ankleiden möglichst gerade.
- Stellen Sie beim Treppensteigen beide Füße auf die gleiche Stufe.
- Tragen Sie bequeme Schuhe, die Stabilität und Federung bieten.
- Versuchen Sie ein Kissen zwischen Ihre Knie oder unter Ihren Bauch zu legen, wenn Sie auf der Seite schlafen, um die Belastung Ihres Beckens zu verringern. Das Kissen kann auch am unteren Rücken platziert werden, wenn Sie sich hinsetzen.
- Vermeiden Sie es mit gekreuzten Beinen oder in Schneiderhaltung zu sitzen.


